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Riesenknoblauch aus dem Vogtland: Experte freut sich mit

Erstellt von Uwe Selbmann |

Der Biologe Joachim Keller vom Leibniz-Institut hat die Züchtung auf Zwiebel und Zehe geprüft

Die bundesweit erste anerkannte Amateurpflanzensorte stammt aus dem Vogtland. Uwe Selbmann sprach mit dem promovierten Biologen Joachim Keller vom Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) über den Riesenknoblauch.

Freie Presse: Dr. Keller, der Vogtländer Detlef Kittelmann aus Zwota hat eine neue Sorte Knoblauch gezüchtet. Wie bewerten Sie das als Experte?

Joachim Keller: Wir freuen uns mit Herrn Kittelmann über den Erfolg. Um eine neue Sorte zu schaffen, braucht ein Pflanzenzüchter jahrelange Geduld. Die hat er gehabt, noch dazu in einem Gebirge, in dem Knoblauch üblicherweise nicht angebaut wird. Herr Kittelmann hatte sich vor drei Jahren erstmals wegen seines Knoblauchs an uns gewandt und wir haben den Kontakt zum Bundessortenamt vermittelt, das jetzt die Sorte anerkannt hat.

Freie Presse: Ihr Institut soll zuerst Zweifel gehabt haben, dass es sich bei dem Riesenknoblauch tatsächlich um sortenreinen Knoblauch handelt?

Joachim Keller: Viele Leute verwechseln Allium sativum mit sogenanntem Elefantenknoblauch. Der bildet auch große Zwiebeln, ist jedoch eine Poreeform. Wir haben Kittelmanns Knollen bei uns am IPK in Gatersleben angebaut und so auch festgestellt, dass es sich tatsächlich um sortenreinen Knoblauch besonderer Größe handelt.

Freie Presse: Was geschieht jetzt mit Knollen der Sorte Barettas Sunshine, die Sie am IPK bei sich haben?

Joachim Keller: Üblicherweise lagern wir in unserer Genbank Saat- oder Zellgut ein, zum Teil in flüssigem Stickstoff. Barettas Sunshine wird zunächst in die Feldsammlung aufgenommen. Das heißt, wir pflanzen den Knoblauch jetzt für vier Jahre auf einer Parzelle mit jährlich sechs Knollen an.

Freie Presse: Wieviele Sorten Knoblauch gibt es überhaupt auf der Welt?

Joachim Keller: Das lässt sich schwer sagen. Wir hier in Gatersleben verfügen mit 500 aufbewahrten Knoblauchsorten über die drittgrößte Sammlung Europas, größere gibt es nur noch in Spanien und Tschechien.
 

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