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Kittelmanns Knoblauch

Erstellt von K. F. |

Er ist dem Knoblauch geradezu verfallen. Als Gartenfreund und als Genießer. Mögen andere Kaviar und Trüffeln preisen, für Detlef Kittelmann heißt die kulinarische Krönung Allium sativum. Der 54-jährige Versicherungsmakler aus Zwota, einem Ortsteil von Klingenthal, baut die vampirwidrigen Gewächse selbst an und ist auch leidenschaftlicher Züchter. Seine Auslese "Barettas Sunshine" setzt schon aufgrund ihrer Größe buchstäblich neue Maßstäbe. Und es ist die erste vom Bundessortenamt zugelassene Amateursorte überhaupt.

Sensationell, was Kittelmann in der Höhenlage und dem rauen Klima des oberen Vogtlands gelungen sei, befanden Fachleute vom Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben angesichts der gigantischen Zehen. Zuvor war abgeklärt worden, dass keine Verwechslung mit Allium ampeloprasum vorliegt, dem "Elefantenknoblauch", einer Spielart von Porree. "Barettas Sunshine" wurde 2009 in die Genbank des Institutes aufgenommen, das mit rund 500 bewahrten Kulturformen des Knoblauchs die drittgrößte Sammlung in Europa hat; darauf ist Kittelmann besonders stolz, zumal seine Sorte 2012 in die sogenannte Kernkollektion aufgestiegen ist.

Zur Züchtung angespornt wurde der gelernte Forstwirt durch einen Bulgaren, der gern behauptete, vom letzten Räuberhauptmann seiner Heimat abzustammen. Der alte Kauz hatte Knoblauch im Garten, so groß wie seine Fantasie. Das weckte in Detlef Kittelmann den Wunsch nach ebensolchen Kulturerfolgen. Schließlich bekam er von ihm die entscheidenden geheimnisvollen Hinweise, die zu den heutigen Ergebnissen führten.

"Barettas Sunshine" keimt spät, entwickelt sich dann aber umso eindrucksvoller. Stolze 1,95 m Höhe erreichten die Schäfte im letzten Jahr. Einzelne Zehen bringen bis 35 g auf die Waage, mehr als viele handelsübliche ganze Knollen. Außerdem riecht Kittelmanns Knoblauch nicht so stark, ist saftiger, schmeckt aromatischer und hält länger. Was der Züchter von dem Erntesegen nicht selbst braucht, gibt er an Bekannte ab. Kommerzielle Interessen stehen nicht im Vordergrund. Er will Gutes tun und verfolgt ein Ziel: dass es möglich wird, dieses asiatische Steppengemüse in den Haus- und Kleingärten Deutschlands mit seinen unterschiedlichsten Klimaverhältnissen zu etablieren - "was jedoch nur mit Liebe und Hingabe funktioniert".

Übrigens beruht die Sortenbezeichnung unter anderem auf einem Spitznamen, den Kittelmann zu Beginn der Achtziger beim Einsatz an der Erdgas-Trasse in der Sowjetunion erhielt.

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